Hausarztfehler nach Schädelhirntrauma: Wenn das Gehirn mehr Zeit braucht 07.05.2026
Was passiert, wenn nach einem schweren Verkehrsunfall der Reha-Abschlussbericht zwar vorliegt – aber niemand ihn liest?
In diesem Fall aus dem Mai 2025 erlitt ein junger Mann ein schweres Schädelhirntrauma. Die neurologische Rehabilitation verlief planmäßig. Der Abschlussbericht war klar: mindestens drei bis sechs Monate Schonzeit, damit das Gehirn sich neu orientieren kann. Der Hausarzt ignorierte das. Er schickte den Patienten direkt zurück in die Ausbildung. In der Berufsschule und im Betrieb scheiterte er.
Das Problem bei Schädelhirnverletzten: Defizite bei Informationsverarbeitung, Planung und Entscheidungsfähigkeit sind von außen nicht sichtbar. Erst Monate später kam das Reha-Management in den Fall. Eine längere Maßnahme im NRZ Friedehorst bestätigte: Weiterhin besteht Bedarf an Neuropsychologie. Die Arbeitsfähigkeit ist noch weit entfernt. Jetzt geht es darum, eine Tagesstruktur aufzubauen, den Arbeitgeber zu informieren und zu klären, ob der bisherige Ausbildungsberuf überhaupt noch erreichbar ist.
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle Beratung durch Rechtsanwälte oder andere Rechtsberatungsstellen, Therapeutinnen und Therapeuten, Ärztinnen und Ärzte und andere anerkannte Expertinnen und Experten.
Kommentare
Neuer Kommentar